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Übersicht Situation Angehöriger ADHS-Betroffener Jugendlicher und Erwachsener

Eltern Betroffener Kinder und Jugendlicher sind während der Schulzeit ihrer Kinder oft ständiger Kritik über ihre angeblich schlechte Erziehung/ihren schlechten Umgang mit ihrem betroffenen Kind, durch das schulische, nachbarschaftliche Umfeld ihres Kindes sowie durch ihr eigenes familäres, soziales und/oder berufiches Umfeld, ausgesetzt. Aussenstehende realisieren oft nicht die physische und psychische Belastung, mit der Eltern betroffener Kinder oft täglich, durch die Schwierigkeiten, den hohen Zeitbedarf für die Erziehung und Betreuung ihres Kindes, neben ihren weiteren Verpflichtungen und der Verarbeitung der Vorwürfe aus ihrem Umfeld, konfrontiert sind. Eltern Betroffener Kinder sind oft Opfer einer über ADHS schlecht informierte Gesellschaft und Fachpersonen: Ausstehende im Umfeld von Eltern betroffener Kinder werden mit viel Kritik, aber in Regel mit wenig Verständnis und noch weniger mit hilfreichen Empfehlungen für einen "korrekten" Umgang in der Erziehung/Betreuung mit ihrem Betroffenen Kind, konfrontiert. Aussenstehende übersehen oft die hohe Belastung, die Hilflosigkeit und die Belastung von Eltern Betroffener Kinder, im täglichen Bemühen ihre Kinder verstehen zu wollen und eine liebevolle und herzliche Beziehung aufbauen zu wollen, daran aber immer wieder zu scheitern.

Schwierigkeiten Betroffener Kinder und Jugendlicher mit dem eigenen Verständnis, dem eigenständigen Umgang und der Kommunikation ihrer Schwierigkeiten im Alltag

Für Eltern betroffener Kinder/Jugendlicher sind die Verhaltensweisen, Schwierigkeiten und Einschränkungen ihrer Kinder auch ein täglicher Lernprozess von der ersten Stunde an. Viele Eltern betroffener Kinder spüren den Leidensdruck ihres betroffenen Kindes, der ihnen durch die Schwierigkeiten und Einschränkungen im Alltag entsteht. Oft verstehen Eltern betroffener Kinder aber selber nicht, was genau mit ihren Kindern los ist und wie sie den Verhaltensweisen, Schwierigkeiten und Einschränkungen ihrer Kinder begegnen sollen. Je nach Ausprägung der ADHS-Symptomatik beim Betroffenen Kind, ist es in seinen Denk-, Verhaltens-, Entscheidungs-, Handlungs-, Kommunikations- und Interaktionsprozessen mehr oder weniger stark eingeschränkt. Je stärker das Betroffene Kind eingeschränkt ist, desto eher besteht die Gefahr, dass wichtige Entwicklungsprozesse, wie die Entwicklung einer eigenen Identität, bzw. der Fähigkeit zur Selbstreflektion, verzögert entwickelt werden. Je stärker die Ausprägung der ADHS-Symptomatik bei einem Kind, desto mehr Schwierigkeiten können Betroffene Kinder/Jugendliche bei der Wahrnehmung und Aktikulierung eigener Emotionen, Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen an sich selber sowie an ihr Umeld, haben. Solange Betroffene Kinder und Jugendliche Mühe haben, ihre Schwierigkeiten wahrzunehmen, zu verstehen und zu reflektieren, können sie diese in der Regel ihrem Umfeld auch nicht verständlich kommunizieren. Betroffene Kinder und Jugendliche teilen ihre Überforderung mit sich selber und den Abläufen und Prozessen im Alltag, oft durch impulsiv-emotionale Verhaltensmuster, mit.

Hohe Belastung von Eltern Betroffener Kinder in der Bewältigung von Erziehungs-/Betreuungsaufgaben neben beruflichen, familiären und sozialen Aktivitäten

Eltern Betroffener Kinder reagieren auf die Verhaltensweisen und Schwierigkeiten ihres Betroffenen Kindes meist so, wie sie es für richtig erachten. Wegen ihrer Überforderung/Überlastung mit den Verhaltensweisen und Schwierigkeiten ihres Betroffenen Kindes, können sie im Umgang mit ihrem betroffenen Kind aber auch laut und emotional werden. In der Wissenschaft über ADHS geht man heute auch von einer Vererbung eines ADHS innerhalb der Familie aus. Dadurch ist es möglich, dass Eltern ebenfalls emotional-impulsiv auf ihr betroffenes Kind reagieren. Weder bei Betroffenen Kinder/Jugedlichen, noch bei deren Eltern, sind solche emotional-impulsiven Reaktionen, Absicht oder Willkür. Oft ist es die pure Verzweiflung. Eltern Betroffener Kinder/Jugendlicher haben neben der Erziehung/Betreuung ihrer Kinder oft auch noch weitere Verpflichtungen, wie Haushaltsführung, berufliche Verpflichtungen, weitere familiäre und soziale Aktivitäten. Neben dem hohen Aufwand, den Eltern für die Erziehung/Betreuung ihres betroffenen Kindes oft jeden Tag aufbringen müssen, kann es für sie schwierig sein, ihren Verpflichtungen in ihren anderen Bereichen, gerecht zu werden. Je länger die Dauerblastung Erziehung/Betreuung betroffenes Kind, vs. berufliche/private/soziale/familiäre Verpflichtungen anhält, desto grösser die Gefahr eines Burneouts, bzw. einer Erschöpfungsdepression von Eltern eines betroffenen Kindes.

Eltern Betroffener Kinder brauchen keine Kritik oder Belehrungen, sondern Verständnis, Akzeptanz und Unterstützung von ihrem Umfeld

Was Eltern eines betroffenen Kindes brauchen, ist sowohl ein, eigenes familiäres, aber auch ein nachbarschaftliches, schulisches, kollegiales und berufliches Umfed, dass ihnen mit Verständnis, Wohlwollen und Entlastungsbereitschaft begegnet, statt mit ständiger Kritik, mit ständigen Vorwürfen und/oder Ablehung/Ausgrenzung. Doch genau das fehlt Eltern betroffener Kinder/Jugendlicher oft. Erst, wenn sie per Zufall auf Fachpersonen stossen, die mit der ADHS-Thematik vetraut sind, lernen sie die Schwierigkeiten ihres betroffenen Kindes und ihre eigenen Schwierigkeiten als Eltern, im Umgang mit dem betroffenen Kind, kennen und besser zu verstehen. Es braucht daher im Umfeld jeder Schule, mit ADHS vertraute Fachpersonen, die Eltern betroffener Kinder bei den Betreuungs- und Erziehungsaufgaben der Eltern, beraten, begleiten, unterstützen und ggfs. auch entlasten können. Je besser das gegenseitige Verständnis und die Kommunikation zwischen Eltern und ihrem betroffenen Kind, desto angenehmer kann der gemeinsame (Familien-) Alltag gestaltet und Betroffene Kinder beim Aufbau von Eigenständigkeit und Selbstbestimmung im Alltag, unterstützt werden.