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Übersicht Informationen ADHS im medizinischen Bereich

Im medizinischen Bereich gilt ADHS als Krankheit oder auch als Syndrom. Krankhheiten im medizinischen Bereich sind in internationalen Klassifikationsindizes der WHO, wie ICD-10 und DSM-5/6 seit ca. 1975 verzeichnet und dienen als Basis für die Diagnose-Stellung und die Medikation von ADHS. In der Schweiz gab es lange einen Streit über die Frage, ob ADHS als Krankheit definiert und anerkannt werden soll. Noch 1990 wurde in der Schweiz, im medizinischen/gesellschaftlichen Bereich, statt von ADHS, von POS (Psychoorganischen Syndrom), gesprochen. Seit ungefähr dem Jahr 2000 wird ADHS auch in der Schweiz im medizinischen Bereich als Krankheit, gemäss ICD-10 und DSM 5/6 diagnostiziert und behandelt. Bis ca. 2010 galt ADHS als reine Kinderkrankheit. Erst danach wurde ADHS in der Schweiz im medizinischen Bereich auch als Krankheit für Erwachsene akzeptiert und definiert. Seit dieser Zeit wurden und werden die Angebote im medizinischen Bereich für betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene, laufend ausgebaut und spezialisiert. In der Fachliteratur und in der Forschung über ADHS im medizinischen Bereich bestehen jedoch bis heute Unterschiede betreffend der Definition und Beschreibung der Symptome von ADHS. Unter Fachpersonen im medizinischen Bereich besteht Einigkeit, dass durch ADHS für Betroffene jeglichen Alters ein individueller und spezfischer Leidensdruck entsteht der zwar nicht geheilt, aber durch das Diagnose-Verfahren sowie spezfische medizinische und nicht-medizinische Hilfe- und Unterstützungsangebote, reduziert werden kann. Dies wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen und belegt.

Beschreibung ADHS Symptome

Die aktuelle medizinische, Definition und Diagnostik unterscheidet nicht mehr nach diesen beiden ADHS-Formen, sondern spricht generell vom ADHS, unterscheidet aber nach der (Aus-) Wirkung und Stärke der Symptome beim Betroffenen. Die Symptome und der Leidensdruck zeigen sich sowohl bei betroffenen Jugendlichen, wie Erwachsenen grundsätzlich ähnlich. Fachpersonen im medizinischen Bereich von ADHS halten fest, dass sich jedes ADHS in einer individuellen Ausprägung und Stärke bei Betroffenen zeigt. Die untenstehende Liste der ADHS-Symptome umfasst eine "selbstgewählte" Zusammenstellung der Symptome, entspricht aber grundsätzlich der Definition im medizinischen Bereich:

  • Aufmerksamkeitsdeffizit
  •  Hyperaktivität
  •  Hyperfokus
  •  Reizüberflutung/Reizfilterschwäche (Hypersensibilität)
  •  Impulsivität
  •  Fehlende Emotions-/Impulskontrolle
  •  Je nach Website/Fachbuch und Ratgeber unterschiedliche Beschreibung und Definition der Symptome

Fakten ADHS im medizinischen Bereich - Situation in der Schweiz

  • Früher: POS (Psychoorganisches Syndrom) in der Schweiz
  • Seit ca. 2000: ADHS-Diagnose und medizinische Behandlungsangebote für betroffene Kinder, Jugendliche und Angehörige in der Schweiz (Keine POS-Diagnose mehr)
  • Seit ca. 2010: ADHS-Diagnose und medizinische Behandlungsangebote für betroffene Erwachsene in der Schweiz
  • Schwierigkeiten/Einschränkungen und Leidensdruck Betroffener von aussen nicht sichtbar
  • Angebote für Betroffene im medizinischen Bereich: ADHS-Diagnoseverfahren, Psychoedukation, ADHS-Medikation, Einzel- und Gruppengesprächstherapien
  • IV Berufsintegration/Rentenverfahren: Sowohl für betroffene Kinder und Jugendliche, als auch für betroffene Erwachsene ist es nicht einfach, bei der IV finanzielle und materielle Leistungen für die beufliche Integration, aber auch für Renten-Leistungen geltend zu machen. Der Nachweis, dass es sich um ein Geburtsgebrechen handelt, ist nach wie vor nötig
  • Kantonale psychiatrische Kliniken in der Schweiz verfügen sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene über zahlreiche Angebote, die laufend ausgebaut und erweitert werden

Mögliche Folgen wenn Betroffene keine Abklärung sowie Hilfe- und Unterstützungsangebote erhalten

  • Entwicklung von komorbiden Störungen/Folgeerkrankungen von ADHS möglich
  • Im Extremfall: Entwicklung bis zu kriminellen, delinquentierendem und/oder schwerstsüchtigem Verhalten möglich
  • Betroffene Erwachsene, die als Kind keine ADHS-Abklärung und Hilfe- und Unterstützungsmass-nahmen erhalten haben, sind häufig auf Unterstützung durch Leistungen der Sozial-versicherungen und der Sozialhilfe angewiesen
  • Betroffene Erwachsene, ohne ADHS-Abklärung und Hilfe- und Unterstützungsmassnahmen sind mit der eigenständigen Lebensführung und Lebensgestaltung und benötigen darum häufig eine Erwachsenenschutz-Massnahme durch eine Beistandschaft
  • Meist lange Dauer der Abhängigkeit von staatlichen Leistungen als Folge fehlender Perspektiven und zielführende Hilfe- und Unterstützungsmassnahmen

Weitere ADHS-Themen im medizinischen Bereich 

>>> ADHS im ICD-10 und DSM 5: Detaillierte Informationen können über das hier verlinkte PDF-Dokument abgerufen werden.

>>> ADHS und komorbide Störungen: Detaillierte Informationen können über das hier verlinkte PDF-Dokument abgerufen werden.