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Übersicht Casemanagement als Methode der Inklusion von Menschen mit Behinderung, Beeinträchtigung, Erkrankung und ADHS

Inklusion ist der Begriff der für die Umsetzung der Bestimmgen der UN-Behindertenrechtskonvention steht. Inklusion steht als Begriff für die umfassende, eigenverantwortliche, selbstbestimmte und gleichbe-rechtigte Teilhabe an gesellschaftlichen Aktivitäten und Prozessen von Menschen mit einer Behinderung, Beeinträchtigung oder Erkrankung. Die Schweiz hat die UN-Behindertenrechts-Konvention am 15. Mai 2014 ratifiziert. Allerdings dauert Umsetzung der Bestimmungen dieser Konvention bis heute an. Den Prozess der Inklusion umzusetzen bedeutet einen ganzheitlichen Blick auf Menschen mit Behinderung, Be-einträchtigung, Erkrankung einzunehmen und ihren Handlungs- und Bewegungsraum bereichsübergreifend und umfassend zu verstehen. Inklusion betont die vielseitige und vielfältige Lebensführung und Le-bensgestaltung des Einzelnen. Für die Umsetzung von Inklusion eignet sich Casemanagement als Methode. Mit Casamanagement können sämtliche Hife- und Unterstützungsprozesse eines Betroffenen nach den Grundsätzen der Inklusion organisiert und gestaltet werden. ADHS-Betroffene, können als Folge der Auswirkung der ADHS-Symptome individuelle Schwierigkeiten und Ein-schränkungen in mehreren Le-bensbereichen aufweisen und können daher auf einen umfassenden Hilfe- und Unterstützungsprozess angewiesen sein. Dieser muss "lebensbereichsübergreifend" geschehen. Mit dem Casemanagement kann auch die Inklusion ADHS-Betroffener erreicht werden.

ADHS eine Behinderung, eine Beeinträchtigung oder Erkrankung? Nein, Aber...

ADHS wird hier weder als Behinderung, als Beeinträchtigung oder Erkrankung klassifiziert. ADHS ist je-doch im ICD 10 und DSM 5 der WHO verzeichnet. Im nicht-medizinischen Bereich wird ADHS zudem oft als "Charaktereigenschaft mit Auffälligkeiten im Verhalten" definiert/beschrieben. Sowohl der medi-zinische, als auch der nicht-medizinische Bereich von ADHS erkennt bei Betroffenen einen Leidens-druck im Alltag. Somit sind die Voraussetzungen erfüllt, die Bestimmungen der UN-BRK auch für die Inklusion ADHS-Betroffener anzuwenden. 

Beispiel für Inklusion

Inklusion ist dann gegeben, wenn Betroffene ihre Lebensführung und Lebensgestaltung im Alltag ge-nauso wie nicht-Betroffene zu organisieren und zu gestalten. Inklusion ist erfüllt, wenn in einer Gesel-lschaftlich Menschen mit Behinderung, Beeinträchtigung und Erkrankung nicht mehr gesondert, son-dern wie nicht-Betroffene betrachtet und verstanden werden. Die folgende grafische Darstellung zeigt das Ziel von Inklusion von Menschen mit Behinderung, Beeinträchtigung, Erkrankung (und ADHS) ge-mäss den Bestimmungen der UN-Behindertenrechts-konvention:

Ziele von Inklusion ADHS-Betroffener im nicht-medizinischen Bereich

 Die Grundsätze der Inklusion gelten auch für ADHS-Betroffene. Erfüllt ist dieser Grundsatz, wenn Betroffene, ihre Schwierigkeiten und Einschränkungen in ihren Lebensbereichen im Alltag eigen-städig erkennen, klären und bewältigen können, um trotz der Auswirkungen der ADHS-Symptome eine eigenständige Lebensführung und Lebensgestaltung zu erreichen. Betroffene müssen die Möglichkeit haben, ihre erlernten und angeeigneten Strategien zur eigenständigen Klärung und Bewältigung von Aktivitäten, Abläufen und Prozessen, in all ihren Lebensbereichen umsetzen zu können. Betroffene sind auf ein Umfeld angewiesen, dass ihnen diesbezüglich mit Verständnis und Wohlwollen begegnet. 

 

Inklusions-Ziel Gegenseitiges Verständnis Betroffene / nicht-Betroffene

Ein weiteres Ziel der Inklusion Betroffener ist der Abbau von Hürden im Umfeld Betroffener. Dazu zählt vor allem auch die Unterstützug vom Verständnis nicht-Betroffener für die Schwierigkeiten und Einschränkungen Betroffener im Alltag, als Folge der Auswirkungen der ADHS-Symptome auf die Denk-, Handlungs-, Entscheidungs-, Verhaltens-, Kommunikations- und Interaktionsprozesse. Betrof-fene können ihrerseits Mühe haben, die Denk-, Handlungs-, Entscheidungs-, Verhaltens-, Komm-unikations- und Interaktionsprozesse nicht-Betroffener zu verstehen. Das Ziel der Inklusion ist hier erfüllt, wenn das gegenseitige Verständnis zwischen Betroffenen und nicht-Betroffenen vorhanden ist und Konflikte durch gemeinsam erstellte Regeln vermieden und unter Berücksichtigung der ge-genseitigen Interessen, gelöst werden können.

 

Lebensbereichorientierte Inklusion

Betroffene können in mehreren Lebensbereichen einen Hilfe- und Unterstützungsbedarf zeigen.  Das Ziel der lebensbereichorientierten Inklusion ist der erfüllt, wenn der Betroffene seine Schwierig-keiten und Einschränkungen in seinen Lebensbereichen eigenständig erkennen, klären und bewäl-tigen kann. Für die Hilfe- und Unterstützung Betroffener im nicht-medizinischen Bereich wurden 10 Lebens-bereiche definiert. Die 10 Lebensbereiche lauten: - Beruf und Integration - Finanzen und Ver-mögen - Familie und Partnerschaft - Aus- und Weiterbildung - Gesundheitsförderung und Prävention - Tagesstruktur und Soziales - Wohn- und Lebensform - Schule und Ausbildung - Ämter und Behör-den - Selbstorganisation und Rechtsfragen im Alltag.