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Übersicht Informationen ADHS in der sozialen Arbeit

Die einzelnen Fachbereiche der sozialen Arbeit stehen grundsätzlich allen Personen offen, die sich in schwierigen Lebensverhältnissen befinden. Diese Fachbereiche sind meist auch, aber in unterschiedlicher Form und mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Hilfe- und Unterstützungsbedarf, mit der Beratung, Unterstützung, Begleitung und Betreuung von Menschen mit Behinderung, Beeinträchtigung oder Erk-rankung, konfrontiert. ADHS-Betroffene Jugendliche und Erwachsene können einen Hilfe- und Unterstützungsbedarf im Alltag aufweisen, der durch die medizinischen Angebote nicht, dafür über die Ang-ebote im Fachbereich der sozialen Arbeit, abgedeckt werden kann. Die Hilfe- und Unterstützung Betroffener im Fachbereich der sozialen Arbeit, sollte aber immer als Ergänzung und nicht als Ersatz medizini-scher Hilfe- und Unterstütungsleistungen betrachtet werden. Die medizinischen Erkenntnisse und Erkenntnisse über ADHS in der sozialen Arbeit sollten sich im Rahmen von Unterstützungsprozessen Betrof-fener, ergänzen. ADHS Casemanagement versteht ADHS zudem nicht als Erkrankung, sondern als Persönlichkeitstyp mit Auffälligkeiten im Verhalten.

Unterstützungsbedarf ADHS-Betroffener durch Berufe der sozialen Arbeit abgedeckt

Auf dieser Website wird im Bereich "ADHS-Casemanagement/Öffentlichkeitsarbeit" an unter-schiedlichen Stellen darauf hingewiesen, dass sich eine ADHS-Symptomatik immer in individueller Form, Ausprägung, Intensität und Auswirkung (leicht, mittel, stark) bei einem Betroffenen zeigen kann. Die Einschränkungen der Denk-, Handlungs-, Entscheidungs-, Verhaltens-, Kommunikations- und Interaktionsprozesse Betroffener, als Folge der ADHS-Symptome, können bei Betroffenen zu Schwi-erigkeiten und Einschränkungen im Bereich der eigenständigen Klärung und Bewältigung von Auf-trägen, Aufgaben, Aktivitäten, Tätigkeiten, Vereinbarungen sowie im zwischenmenschlichen Bereich, führen. Dieser Umstand ist auch für die Fachbereiche der sozialen Arbeit von Relevanz.

Betroffene mit einer mittleren, bis schwären Ausprägung, Form und Intensität der ADHS-Symptomatik, zeigen häufig zusätzlich weitere (medizinische) Problematiken, Entwicklungsdefizite, etc. Der Hilfe- und Unterstützungsbedarf dieser Fälle kann Betroffene stark in ihrer Eigenständigkeit und Selbstverant-wortung im Alltag einschränken. Betroffene mit dieser Konstellation weisen oft auch weitere Erkran-kungen oder Einschränkungen auf und können dadurch auf eine umassende Betreuung und Unterstü-tzung im stationären Bereich, angewiesen sein. Diese Betroffenen können für die Klärung und Bewälti-gung ihrer administrativen, organisatorischen und finanziellen Aufgaben, Verpflichtungen, Tätigkeiten und Aktivitäten oft auf die Unterstützung einer Privat- oder Berufsbeistandschaftsperson angewiesen sein.

Betroffene mit einer einfachen, bis mittleren Form der Ausprägung, Intensität und Auswirkung der ADHS-Symptomatik, können ihre Lebensführung und Lebensgestaltung grundsätzlich eigenständig und selbstbestimmt wahrnehmen. Dennoch kann auch dieser Teil der Betroffenen einen Hilfe- und Unterstützungsbedarf im Alltag zeigen. In der Regel ist eine ambulante Form der Unterstützungs für diese Betroffenen ausreichend. Diese Betroffenen brauchen jemanden, der mit ihnen gezielte Lös-ungsansätze zur Klärung und Bewältigung ihrer Schwierigkeiten im Alltag erarbeitet und sie bei der Umsetzung unterstützt. Ihr Unterstützungsbedarf kann durch Beratungs- und/oder Coaching-Leist-ungen meist gut abgedeckt werden.

Schwierigkeiten von Fachpersonen der sozialen Arbeit im Umgang mit ADHS-Betroffenen

Die Qualität der Kooperationsprozesse zwischen Fachpersonen und Betroffenen können durch die Ablehnung/Verweigerung von Fachpersonen und Massnahmen durch Betroffene und Strafen/Sank-tionen durch Fachpersonen gegen Betroffene, stark negativ geprägt sein. Viele Fachpersonen, die be-ruflich mit der Beratung, Unterstützung, Begleitung und/oder Betreuung Betroffener konfrontiert sind, sind sich oft nicht bewusst, dass dieser "Teufelskreis" mit Betroffenen meist auf erklär- und begründ-bare Ursachen zurückgeführt und dadurch vermieden werden könnte. Um einen gelingenden Kooper-ationsprozess mit Betroffenen zu erreichen, sind leichte methodische Anpassungen von Fachpersonen in ihrem Umgang mit Betroffenen notwendig.

Abdeckung vom nicht-medizinischen Unterstützungsbedarf Betroffener durch Einzelfallhilfe der sozialen Arbeit

Insbesondere die Einzelfallhilfe der sozialen Arbeit zu der die gesetzliche/wirtschaftliche Sozialhilfe, die freiwillige Sozialberatung, der Kindes- und Erwachsenenschutz, die Spital- und Klinische-Sozialhilfe, die betriebliche Sozialberatung, etc. zählen, sind sich gewohnt, Menschen in schwierigen Lebenssitua-tionen, unterschiedlicher Herkunft, Geschlechts, mit und ohne Behinderung, Beeinträchtigung, Erkran-kung, bei der Klärung und Bewältigung ihrer Schwierigkeiten in ihren Lebensbereichen im Alltag zu beraten, zu unterstützen und zu begleiten. Dabei geht es meist um Themen im persönlichen, finanziel-len, familiären, beruflichen, sozialen oder wohntechnischen Bereich. Fachpersonen mit einer beruf-lichen Tätigkeit in der Einzelfallhilfe sind sich daher den Umgang mit unterschiedlichen, "lebensberei-chsübergeifenden Fallkonstellationen gewohnt. Die Unterstützungsangebote der Einzelfallhilfe sind meist Bestandteil von Dienstleistungen, die zu einem gesetzlich definierten, öffentlichen Dienstleist-unsgangebot gehören und daher grundsätzlich allen Personen offen stehen müssen.

 

Dazu gehört auch die enge Zusammenarbeit mit "externen" Fachpersonen, Stellen, Institutionen, Äm-tern und Behörden die im Rahmen eigener Dienstleistungen, ebenfalls in den Unterstützungsprozess eines Betroffenen involviert sind. Das trifft insbesondere auf ADHS-Betroffene zu. Sie befinden sich oft in medizinischen und therapeutischen Abklärungs- und Behadlungsprozessen und/oder in Unterstü-tzungs-prozessen durch Leistungen der Sozialversicherungen wie der Invalidenversicherung. Somit bietet die Methodik der Einzelfallhilfe der sozialen Arbeit, die optimalen Voraussetzungen, um den Unterstützungsbedarf Betroffener im nicht-medizinischen Bereich zu decken.

Weitere Informationen über ADHS im Fachbereich der sozialen Arbeit

Weitere Informationen über dieses Thema können im in dem hier verlinkten PDF-Dokument, ent-nommen werden.